Personalisierte Geschenke: Ein Boom mit wenig Wumms dahinter?

Der Name ANDRE aus Stoffbuchstaben

Warum personalisierte Geschenke gut durchdacht sein müssen!

Wie peinlich! Dachte ich mir neulich als mir in der Fußgängerzone ein junger Mann mit einem T-Shirt entgegenkam, auf dem er selbst breit grinsend mit einem ebenfalls strahlenden Mädchen im Arm abgebildet war. Gleich darauf schalt ich mich selbst „Lass ihn doch, wahrscheinlich war es ein Geschenk! Und offenbar gefällt ihm das gute Stück, sonst würde er es ja nicht in aller Öffentlichkeit tragen. Nur weil du ein Shirt mit deinem Konterfei darauf maximal zum Schlafen tragen würdest, heißt das ja nicht, dass andere auch so empfinden müssen…“

Trotzdem konnte ich nicht anders als mich zu fragen, wer trägt denn sowas – und auch: Wer verschenkt denn sowas? Aber halt – plötzlich tauchte ein Bild vor meinem inneren Auge auf: eine Tasse mit einem Bild von meinem Bruder und mir darauf. Ich glaube die habe ich ihm zum 18. Geburtstag geschenkt. Und ich glaube, ich war damals ziemlich zufrieden mit mir und dieser Geschenkidee. Ob ihm die Tasse gefallen hat und ob es sie nach so vielen Jahren noch gibt? Keine Ahnung, werde ich ihn bei Gelegenheit mal fragen. Aber bei was ich mir ziemlich sicher bin ist: Diese Idee war meine Rettung in der Geschenkesuche-Not.

Denn personalisierte Geschenke sind oftmals DIE Lösung.
Zum Beispiel wenn:

– Der zu Beschenkende eigentlich schon alles hat.
– Man nicht viel Geld ausgeben will/kann.
– Man dem Geschenk eine persönliche Note verpassen will.
– Man sichergehen will, dass das Geschenk nicht weiterverschenkt wird.

Zugegeben, ich habe also auch selbst schon mal in die Trickkiste personalisiertes Geschenk gegriffen. Trotzdem bin ich bei dem Thema zwiegespalten. Denn brauche ich einen Gegenstand mehr, nur weil er personalisiert ist? Brauche ich eine weitere Tasse in meinem sowieso schon überfüllten Schrank, weil darauf mir liebe Menschen abgebildet sind? Hat ein zusätzliches Kissen auf meiner Couch seine Berechtigung, nur weil mein Name und der meines Mannes darauf gestickt sind?

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Genau hier liegt meiner Meinung nach das Problem von personalisierten Geschenken: Sie bestechen oft nur durch Ihre persönliche Note. Besagtes Kissen, das wir zur Hochzeit bekommen haben, passt nicht wirklich zu unserer Einrichtung. Und ehrlich gesagt, gefällt es mir vom Stil auch nicht besonders. Ich lasse es nur liegen aus Respekt vor dem Schenker und weil es mit einer positiven Erinnerung behaftet ist. Ein wirklicher zusätzlicher Nutzen fehlt mir bei personalisierten Geschenken oft.

Es gibt aber auch Ausnahmen – ein personalisiertes Geschenk habe ich wirklich zu schätzen gelernt: Schnullerketten mit dem Namen des Kindes darauf. Ein Klassiker, der mir regelmäßig weitergeholfen hat, als mir in irgendeiner Krabbelgruppe der Name eines Babys nicht mehr einfallen wollte. Diese Dinger haben mir etliche peinliche Momente erspart…

Selbst gemacht ist auch kein Erfolgsgarant

Etwas positiver stehe ich selbst kreierten und dabei personalisierten Geschenken gegenüber. Eine Umfrage auf meiner Facebook-Seite hat ergeben, dass zumindest die meisten Frauen sich mehr über ein Geschenk freuen, das viel Mühe gekostet hat, als über ein Geschenk, das viel Geld gekostet hat. So geht es mir im Grunde auch – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass „Mühe kosten“ auch „Kopf anstrengen“ bedeutet. Die Mühe muss in Etwas investiert werden, das dem Beschenkten wirklich Freude macht. Beispiel: Wenn mein Mann jetzt Stunden unserer wertvollen Familienzeit im Keller verbringen würde, um mir einen Hocker zu schreinern, auf dem man – trotz größtmöglicher Anstrengung seitens meines handwerklich mäßig begabten Gatten – nicht sitzen kann, wäre ich zugegebenermaßen nicht nur wenig begeistert, sondern regelrecht genervt.

Letztendlich glaube ich, müssen auch personalisierte Geschenke durchdacht sein, damit sie wirklich gut ankommen. Nur in ganz speziellen Fällen reicht es mir, wenn sie einfach nur von Herzen kommen – bei den Geschenken meiner Kinder. Aber ganz ehrlich – sogar das Ein oder Andere geschenkte Meisterwerk meiner Kleinen landet irgendwann im Müll.

 

P.S. Natürlich bin ich von diesem personalisierten Geschenk überzeugt:
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