Kreative Ideen und Themen für die Schülerzeitung

Eine Großformatige Titelseite

Gute Storys wollen gefunden werden

Es ist der Horror eines jeden Redakteurs: Keine Ideen mehr zu haben. Leider gibt es immer wieder Phasen, in denen man uninspiriert und planlos ist, in denen man sich quält und immer wieder fragt: Worüber soll ich nur schreiben? Was könnte die Leser unserer Schülerzeitung noch interessieren?
Aber keine Sorge – das ist normal! Gute Themen fliegen einem schließlich nicht einfach so zu – oder doch? Kommt darauf an! Wer vor seinem Computer hockt und grübelt, der hat schlechte Chancen, aus seinem Ideen-Tief herauszukommen. Denn die größten Ideen-Killer sind Langeweile, Routine und Abschottung.

Die Lösung lautet: Input, Input, Input. Redakteure müssen offen für Neues sein und sich auch mal etwas trauen, zum Beispiel mit Leuten reden, mit denen sie sonst nicht reden. Vielleicht hat die Nerd-Clique, die immer in der hintersten Ecke des Schulhofs steht, ja ein Problem erkannt, das eigentlich alle Schüler betrifft. Oder vielleicht hat der Hausmeister ein paar witzige Geschichten auf Lager, die in der Schülerzeitung für Unterhaltung sorgen würden.

Aber nicht nur von ihrem direkten Umfeld können sich Redakteure Anregungen holen. Auch ein Blick in die örtliche Tageszeitung kann neue Impulse geben. Viele Themen lassen sich für die Schülerzeitung „herunterbrechen“, also nicht in Bezug auf die ganze Bevölkerung, sondern nur auf die Schülerschaft betrachten. Wenn zum Beispiel der Stadtrat das Stadtfest abgesagt hat – wie finden das die Schüler? Oder wenn die Busfahrer streiken – welche Auswirkungen hat das auf den Schüleralltag?

Neues Layout wertet Schülerzeitung auf

Etwas Neues auszuprobieren ist aufregend und sorgt für frische Energie. Das gilt nicht nur für die Inhalte einer Schülerzeitung – auch für deren Aufmachung. Wer seit Jahren eine Schülerzeitung im gleichen Layout, im klassischen DIN A5 oder A4 Format, mit dem gleichen Logo herausbringt, braucht vielleicht einfach mal ein neues, moderneres Design. Fast jede namhafte Tageszeitung hat in den letzten Jahren einen sogenannten „Relaunch“ gemacht und seine Optik überarbeitet. Warum wohl?

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Abizeitung mal ganz anders
Beispiele selbst erstellter Zeitungen

Und wer jetzt sagt: „Ist eh egal! Print ist sowieso tot!“, der irrt. Diverse Studien beweisen: Gedruckte Zeitungen genießen das höchste Vertrauen, dementsprechend werden sie auch nie aussterben. Allerdings muss sich der Kauf einer Zeitung, auch einer Schülerzeitung für den Leser lohnen. Dafür muss sie – so ticken wir Menschen nunmal – zunächst mal schick aussehen. Ein modernes Design, ein ansprechendes Layout und eine gut platzierte Schlagzeile, die neugierig macht – das ist schon die halbe Miete. Und dann sollte der Inhalt natürlich nicht enttäuschen. Wenn man ein paar Regeln beachtet, ist das kein Problem!

Eine Schülerzeitung muss Spaß machen – beim Lesen und Schreiben

Wenn Schüler-Redakteure Ideen für die Schülerzeitung sammeln, sollten sie immer 3 Fragen im Hinterkopf behalten:

1. Wie viele Schüler betrifft das Thema?
2. Bringt das Thema den Schülern einen Mehrwert?
3. Wie leicht ist das Thema umzusetzen?

Denn diese 3 Fragen sind eine gute Orientierungshilfe. Ein Beispiel: Ein Interview mit einem Lehrer, der seit Jahren an der Schule ist und 8 Klassen unterrichtet wird deutlich häufiger gelesen, als ein Interview mit einem Vertretungslehrer, der nur 2 Klassen unterrichtet. Einfach nur, weil Ersteren einfach mehr Schüler kennen. Das Interview lesen die Schüler wiederum nur dann zu Ende, wenn sie etwas Neues, Spannendes über den Lehrer erfahren. Hat jedoch der Lehrer offensichtlich keine Lust, aus dem Nähkästchen zu plaudern und auch ein paar privatere Infos oder seine persönliche Meinung zu manchen Themen preiszugeben, dann lohnt sich die Mühe oft nicht.

Aber nun ein paar konkrete Vorschläge:

Artikel/Texte über:
Aktualitäten – was passiert gerade an der Schule/in der Stadt, worüber wird gerade viel gesprochen und diskutiert?
anstehende Ereignisse – was ist geplant, wo stehen die Planungen, welche Fragen müssen noch geklärt werden, gibt es dabei Schwierigkeiten/Uneinigkeiten/Unsicherheiten?
Wissenswertes – es gibt zum Beispiel immer wieder Studien über Schulen, Schüler und das Drumherum, die interessant sind.
Trends – was ist gerade angesagt? Woher kommt der Trend und wie ist er entstanden?

Berichte über Klassenfahrten, Ausflüge, Praktika, Veranstaltungen: Wichtig ist hier, lieber kurz und knackig, als langatmig langweilig – besonders wenn nur wenige dabei/beteiligt waren!
Bei Berichten über Praktika einzelner Schüler sollte im Vordergrund stehen, ob der Schüler das Unternehmen bzw. den Praktikumsplatz weiterempfehlen kann oder nicht, zum Beispiel anschaulich dargestellt durch ein Punkte-/Sternesystem. So hat der Artikel einen Mehrwert für alle, die noch ein Praktikum machen wollen. Außerdem finden Leser Bewertungen oft spannender als Berichte.
Interessant sind auch Hintergrundberichte, zum Beispiel, wenn der Redakteur im Gegensatz zu den anderen Schülern die Möglichkeit hatte, auch hinter die Kulissen zum Beispiel einer Aufführung zu schauen.
Und ganz wichtig – Fotos nicht vergessen! Sie lockern die Seiten auf, bringen Farbe ins Blatt und machen den Bericht für die Schüler greifbarer, die nicht dabei waren, aber auf dem Foto jemanden wiedererkennen.

Portraits von Schulpersönlichkeiten: Hier können sowohl neue Lehrer vorgestellt werden, als auch Schüler, die etwas Besonderes geleistet haben, die zum Beispiel große sportliche, musikalische oder andere Erfolge vorweisen können. Auch über ehemalige Schüler, die es „zu etwas gebracht haben“, lässt sich gut etwas schreiben.

Auch Interviews sind eine schöne Möglichkeit, mehr über interessante Persönlichkeiten zu erfahren, das können Lehrer, Schüler in besonderen Positionen oder Schulfremde mit Bezug zur Schülerschaft sein. Wie lesenswert das Interview wird, hängt natürlich von den Fragen ab, die nicht zu oberflächlich, aber auch nicht zu persönlich sein sollten. Spannend kann es auch sein, in jeder Ausgabe die gleichen Fragen an unterschiedliche Personen zu stellen. Diese „Nachgefragt-Reihe“ wäre dann ein fester Baustein in der Schülerzeitung.

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Solch wiederkehrende Rubriken kommen oft gut an, weil sie die Schülerzeitung strukturieren und dem Leser Halt geben. Auge und Gehirn freuen sich über Bekanntes, Vertrautes, Bewährtes… Hier ein paar Beispiele solcher Bausteine:

Tests kommen oft gut an und können einen festen Platz in jeder Ausgabe einnehmen. Die Tester können sich auf die Suche nach dem besten Eis der Stadt, dem bequemsten Rucksack oder auch dem kompetentesten Lehrer machen. Aber auch eine spezielle Webseite oder ein App für Schüler kann unter die Lupe genommen und bewertet werden.

Sowohl echte, als auch erfundene Anzeigen können eingebaut werden! Zunächst einmal, ist es eine gute Idee, die örtlichen Unternehmen für eine kleine Werbeanzeige bezahlen zu lassen und so den Druck der Schülerzeitung zu finanzieren.
Außerdem kann die Rubrik „gesucht/gefunden/zu verschenken“ einen echten Mehrwert für die Schüler bringen. Eine witzige Alternative sind gefakte Anzeigen, zum Beispiel: „Mauerteile eines altehrwürdigen, leider maroden Gebäudes zu verschenken. Für Selbstabholer in der XX-Straße 20“.

Einfach zu machen und ziemlich unterhaltsam sind Rätsel. Egal welche Rätselart sie wählen – Bilderrätsel, Suchrätsel oder klassische Kreuzworträtsel – die Redakteure sollten darauf achten, dass die Rätsel von den Schülern aller Jahrgänge gelöst werden können. Es sollte also weniger um Fachwissen, mehr um Schüler- bzw. schulspezifisches Wissen gehen.

Leserbriefe gehören in jede Zeitung – dafür muss man allerdings erstmal welche haben. Beste Bedingungen dafür schaffen Schülerzeitungs-Herausgeber, indem sie den Weg in die Reaktion einfach machen und einen Briefkasten prominent platzieren. Ansonsten kommt erfahrungsgemäß mehr Feedback von den Lesern, wenn ein Thema die Gemüter erhitzt. In der Schülerzeitung sollten also auch Themen behandelt werden, die „Aufreg-Potenzial“ haben, zum Beispiel wenn irgendwem irgendwas „weggenommen“ werden soll: Beispielhafte Schlagzeilen: „Die Raucherecke kommt weg“, „Energy-Drink-Verbot an der Schule“ oder „Klassenfahren werden gestrichen“.

Um Reaktionen von den Lesern zu provozieren, können Redakteure auch Umfragen starten. Diese funktionieren meistens aber nur dann gut, wenn es auch um etwas geht. Bestenfalls hat das Ergebnis der Umfrage tatsächliche Folgen. Lautet die Frage zum Beispiel: „Soll die Kantine nur noch vegetarisches Essen servieren?“ Dann sollte die Kantine das bei einer bejahenden Mehrheit auch tun.